Sogar Peter Millowitsch fahrt im Zug mit

STRASSEN KARNEVAL Verein ist vom großen Interesse an Neuauflage des Könígsdorfer Zuges überrascht – 1100 Teilnehmer

VON PAMO ROTH

Frechen. Warum gab es eigentlich in einem der größten Stadtteile von Frechen keinen eigenen Zug? Die Königsdorfer Zugvögel, die nach jahrzehntelanger Pause eine jecke Parade in Königsdorf möglich machen, haben darauf keine Antwort. Allerdings haben sich bislang derart viele Teilnehmer für die Neuauflage des Zuges angemeldet, dass sich die Frage stellt, warum es nicht schon längst einen gibt.

Inzwischen haben für den Königsdorfer Zug am Samstag 14. Februar, 11.11 Uhr, 28 Gruppen ihre Teilnahme zugesagt, und es werden mit rund 1100 Teilnehmern mehr erwartet als etwa in Bachem oder Brauweiler. .

„Wir freuen uns, dass die Gruppen im Königsdorfer Karnevalszug 2015 ein bunter Querschnitt Königsdorfs sind“, sagt Zugvogel Torben Michels. Ob Sport- oder Kulturverein, nachbarschaftliche Gruppierung auch aus den Neu- baugebieten, Kegelclub, Stamm- tisch oder privater Freundeskreis, Kindergärten, Grundschulen, Seniorenheim, FC-Fanclubs oder Karnevalsgesellschaft: Alles sei hier vertreten.

Der Gründungs-Zugvogel Sven Nolden, Imi aus Fliesteden und eingeheirateter Königsdorfer, hat den Zug zusammen mit seinen Mitstreitern Christian Urbach und Torben Michels ins Leben gerufen. Letztere sind beide in Königsdorf aufgewachsen. 2013 hatten sie die Idee, ab 2015 wieder einen Karnevalszug durch Königsdorf zu “schicken.

Tatsächlich gab es nach * dem Zweiten Weltkrieg» nur zwei Karnevalszüge in Königsdorf. 1950″ ging der letzte Zug durch Großkönigsdorf und 1955 noch einmal ein Zug durch Kleinkönigsdorf entlang der Franz-Lenders-Straße.

Die Wiedergeburt dieser alten Tradition hat einen ganzen Ort aus dem straßenkarnevalistischen Dornröschenschlaf geweckt. Auch den Königsdorfer Peter „Millowitsch hat diese Idee elektrisiert, und er wird am Zug teilnehmen. Die Idee, ihn einzuladen, hatte Rolf Rong, Vorsitzender der Kultur- und Sportgemeinschaft – der Dachverband der Königsdorfer Vereine: „Was die Heidi Klum für Bergisch Gladbach ist, ist für uns der Peter Millowitsch, den brauchen wir für den Zug“, hatte er zu den Zugvögeln gesagt und den Leiter des Millowitsch-Theaters und langjährigen Königsdorfer sogleich gefragt.

Die Zugvögel selbst dürfen sich über 50 Mitglieder freuen, die seit der Gründung des Vereins dazugekommen sind. sie sehen sich auch als Mittler zwischen dem alten und dem neuen Königsdorf, denn der Stadtteil ist in den letzten Jahren durch die beiden großen Neubau- gebiete Atrium und Rotental deutlich gewachsen. „Der Karnevals- zug soll eine Gelegenheit sein, alt- eingesessene Vereine, gebürtige Königsdorfer und Zugezogene einander ein Stück näher zu bringen“, so Torben Michels.

1 Nach 15 Monaten Vorarbeit wer- den die drei Zugvögel samt ihrem Motto „Noh 60 Johr weed et endlich wohr: Königsdorf kritt Widder singe eigene Karnevalszoch!“ aber beim Zug selbst in den sauren Apfel beißen: Sie feiern nicht, sondern übernehmen die Zugleitung. „Erst wenn der Zug vorbei ist, trinken wir unser erstes Bier, wir wollen gerade beim ersten Mal den Überblick behalten“, so Michels.

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